Block-Scholes-Studie bewertet die Liquidität von Bitget-Aktien-Perpetuals unter verschiedenen Marktbedingungen

Das Analyseunternehmen für digitale Vermögenswerte Block Scholes untersuchte die Liquidität mehrerer Perpetual-Kontrakte auf Bitget, die an traditionelle Vermögenswerte gekoppelt sind. Dabei wurden nicht nur das Handelsvolumen, sondern auch Spreads, Orderbuchtiefe, potenzieller Slippage und das Marktverhalten in Phasen erhöhter Volatilität analysiert.

Im Mittelpunkt der Untersuchung standen vier USDT-margined Kontrakte: XAU-USDT, gekoppelt an Gold, SPY-USDT, gekoppelt an den SPDR S&P 500 ETF, QQQ-USDT, gekoppelt an den Invesco QQQ Nasdaq-100 ETF, sowie NVDA-USDT, der den Kurs der Nvidia-Aktie abbildet. Dabei handelt es sich um Derivate: Sie bieten eine synthetische Preisexponierung gegenüber den zugrunde liegenden Vermögenswerten, bedeuten aber kein direktes Eigentum an Aktien oder ETFs und gewähren keine Aktionärsrechte.

Block Scholes analysierte Spreads, Tiefe und Slippage

Zur Bewertung der Ausführungsqualität nutzten die Forscher mehrere Kennzahlen. Der Spread beschreibt die Differenz zwischen dem besten verfügbaren Kauf- und Verkaufspreis, die Orderbuchtiefe zeigt die verfügbare Liquidität auf verschiedenen Preisniveaus, und der Slippage gibt an, wie stark sich der durchschnittliche Ausführungspreis bei zunehmender Ordergröße verändern kann.

Die Analyse basierte auf öffentlichen API-Snapshots und historischen Orderbuchdaten von Bitget aus dem Zeitraum von September 2025 bis Mai 2026. Der Slippage wurde simuliert, indem hypothetische Market Orders durch die sichtbare Liquidität des Orderbuchs ausgeführt wurden.

Die Studie weist zugleich auf die Grenzen dieser Methodik hin. Sichtbare Orderbuchtiefe garantiert nicht, dass dieselbe Liquiditätsmenge bei einer realen Transaktion tatsächlich verfügbar ist. Auch die simulierten Slippage-Berechnungen berücksichtigen nicht alle möglichen Handelskosten wie Börsengebühren, Funding-Zahlungen, versteckte Liquidität, während der Ausführung neu hinzukommende Liquidität oder den Einfluss von Ausführungsalgorithmen.

Während der US-Handelszeiten blieben die Spreads eng

Bei einer Beobachtung am 18. Mai 2026, ungefähr eine Stunde nach Beginn der US-Aktienhandelssitzung, stellte Block Scholes bei allen vier Instrumenten vergleichsweise enge Spreads fest.

Bei XAU-USDT lag der Spread bei etwa 0,02 Basispunkten, bei SPY-USDT und QQQ-USDT bei jeweils ungefähr 0,14 Basispunkten und bei NVDA-USDT bei rund 0,44 Basispunkten. In dieser konkreten Beobachtung lagen alle vier Werte unter einem halben Basispunkt.

Die Marktbedingungen veränderten sich jedoch im Laufe der Sitzung. So lag der SPY-USDT-Spread kurz nach der Eröffnung des US-Marktes bei rund 1,76 Basispunkten und verengte sich etwa eine Stunde später auf ungefähr 0,14 Basispunkte. Das zeigt, dass selbst rund um die Uhr handelbare Perpetual-Kontrakte von der Aktivität und Liquidität des zugrunde liegenden Marktes beeinflusst werden.

Größere Orders zeigen die Bedeutung der Orderbuchtiefe

Ein enger Spread an der Spitze des Orderbuchs bedeutet nicht automatisch, dass eine große Position mit geringen Kosten ausgeführt werden kann. Je größer die Order, desto mehr Preisstufen und Liquiditätsniveaus müssen möglicherweise genutzt werden.

Für SPY-USDT führte eine simulierte Market-Kauforder über 100.000 US-Dollar nahe der US-Markteröffnung zu einem modellierten Slippage von etwa 14,88 Basispunkten. Rund eine Stunde später lag der Wert bei ungefähr 10,66 Basispunkten.

Bei einer hypothetischen Order über 500.000 US-Dollar fiel der Unterschied noch deutlicher aus: etwa 46,07 Basispunkte nahe der Markteröffnung gegenüber rund 24,90 Basispunkten eine Stunde später. Der Kontrakt blieb derselbe und die Ordergröße änderte sich nicht, wohl aber die verfügbare Liquidität.

Deshalb sollten große Trader einen Markt nicht nur anhand des Spreads bewerten. Eine sinnvollere Reihenfolge lautet: Spread → Tiefe → Ordergröße → erwarteter Slippage.

Die Tiefe von NVDA-USDT erreichte mehrere Millionen US-Dollar

Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Forscher dem NVDA-USDT-Kontrakt. Bis Mitte Mai 2026 lag die mediane sichtbare ruhende Liquidität innerhalb von 2% um den Midpoint bei ungefähr 4,1 Millionen US-Dollar.

Nach Angaben von Block Scholes entsprach dies etwa drei Vierteln der vergleichbaren ruhenden Tiefe im BTC/USDT-Spotmarkt von Bitget. Die Studie betont jedoch, dass dies nicht bedeutet, dass beide Märkte unter allen Bedingungen oder bei jeder Ordergröße gleich liquide waren.

Die Daten zeigen dennoch, dass der an Nvidia gekoppelte Perpetual-Kontrakt ein ausreichend tiefes Orderbuch aufgebaut hatte, um seine Liquidität sinnvoll mit einem der größten Krypto-Spotmärkte der Plattform zu vergleichen.

Am Wochenende sank das Volumen deutlich, die Spreads weiteten sich jedoch nicht proportional aus

Perpetual-Kontrakte werden weiter gehandelt, auch wenn der traditionelle Markt des zugrunde liegenden Vermögenswerts geschlossen ist. Deshalb untersuchte Block Scholes zusätzlich das Verhalten der Instrumente an Wochenenden.

Je nach Kontrakt lag das Handelsvolumen ungefähr 65% bis 90% niedriger als an Werktagen. Die medianen Spreads weiteten sich im untersuchten Zeitraum jedoch nicht in gleichem Ausmaß aus.

Die Studie nannte ungefähre Medianwerte von 0,02 Basispunkten für XAU-USDT, 0,8 Basispunkten für QQQ-USDT, 1,0 Basispunkten für NVDA-USDT und 1,3 Basispunkten für SPY-USDT.

Das unterstreicht erneut den Unterschied zwischen Handelsvolumen und der Qualität aktueller Marktquotierungen. Ein geringeres Handelsvolumen führt nicht zwangsläufig zu einer proportionalen Ausweitung der Spreads, auch wenn sich die Orderbuchtiefe und die Ausführung größerer Orders deutlich von den Bedingungen während der regulären US-Handelszeiten unterscheiden können.

Während eines Stressereignisses verschlechterte sich die Liquidität, erholte sich später jedoch wieder

Ein besonders wichtiger Teil der Studie war die Analyse des Orderbuchverhaltens während einer Phase erhöhter Volatilität am 28. Februar 2026.

Während dieses Stressereignisses weiteten sich die Spreads bei aktienbezogenen Kontrakten aus. Bei NVDA-USDT stieg der Spread von ungefähr 0,6 auf 3,4 Basispunkte, bevor er relativ schnell wieder auf das Niveau vor dem Ereignis zurückkehrte.

Die Markttiefe verschlechterte sich stärker. Die mediane ruhende Tiefe innerhalb von 1% um den Midpoint sank ungefähr um 32% bei NVDA, 52% bei SPY und 54% bei QQQ. Bei QQQ-USDT fiel die Tiefe innerhalb dieser Spanne auf etwa 109.000 US-Dollar, verglichen mit einem typischen Samstagsmedian von rund 191.000 US-Dollar.

Die Studie behauptet daher nicht, dass die Liquidität während der Volatilität unverändert blieb. Vielmehr macht sie sowohl die Verschlechterung als auch die anschließende Erholung quantitativ messbar.

Warum das Handelsvolumen allein nicht ausreicht

Kryptobörsen verwenden häufig das tägliche Handelsvolumen als einen der wichtigsten Indikatoren für Marktaktivität. Das Volumen misst jedoch bereits abgeschlossene Handelsaktivität, während die Orderbuchtiefe zeigt, wie viel sichtbare Liquidität genau in dem Moment verfügbar ist, in dem ein Trader eine Order ausführen möchte.

Ein Markt kann historisch ein hohes Handelsvolumen aufweisen und gleichzeitig relativ wenig Tiefe besitzen, wenn eine große Order platziert wird.

Deshalb können Daten zu Spreads, Tiefe und potenziellem Slippage besonders hilfreich sein, wenn relativ neue Märkte für aktienbezogene Perpetual-Kontrakte bewertet werden.

Die Studie beweist keine Marktführerschaft von Bitget gegenüber allen anderen Börsen

Block Scholes analysierte speziell die Märkte von Bitget und führte keinen synchronisierten Vergleich mit Binance, Kraken, OKX, Bybit, Hyperliquid oder anderen Plattformen durch, die aktienbezogene Derivate anbieten.

Daher beweisen die Ergebnisse nicht, dass Bitget die tiefsten oder günstigsten SPY-, QQQ- oder NVDA-Perpetual-Märkte der gesamten Branche besitzt. Für einen objektiven Cross-Exchange-Vergleich wären identische Zeitfenster, Ordergrößen, Tiefenbereiche und vergleichbare Kontraktstrukturen erforderlich.

Die zentrale Aussage der Studie ist enger gefasst: In den untersuchten Zeiträumen zeigten die aktienbezogenen Perpetual-Märkte von Bitget messbar enge Spreads, mehrere Millionen US-Dollar an ruhender Tiefe bei NVDA-USDT, einen von der Ordergröße abhängigen Slippage bei SPY-USDT sowie quantifizierbare Veränderungen der Liquidität während Marktstress.

Für Trader liegt der größte Nutzen solcher Daten in der Transparenz. Anstatt sich auf eine allgemeine Aussage über hohe Liquidität zu verlassen, können sie Spreads, Orderbuchtiefe, Positionsgröße, erwarteten Slippage und das Marktverhalten in Phasen erhöhter Volatilität selbst bewerten.

21.09.2026, 23:20
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