Kraken-Muttergesellschaft verhandelt über Krypto-Liquidität für Wells Fargo

Payward, die Muttergesellschaft der Kryptobörse Kraken, soll Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit mit Wells Fargo im Bereich digitaler Vermögenswerte führen. Laut mit den Verhandlungen vertrauten Quellen könnte Payward als Anbieter von Krypto-Liquidität für die Bank auftreten und den Zugang zum Markt für Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten unterstützen.

Die Gespräche dauern noch an und müssen nicht zwangsläufig zu einer endgültigen Vereinbarung führen. Die Quellen äußerten sich unter der Bedingung der Anonymität, da die mögliche Partnerschaft bislang nicht öffentlich bekannt gegeben wurde. Sowohl Payward als auch Wells Fargo lehnten eine Stellungnahme ab.

Payward könnte seine Rolle in der Bankeninfrastruktur ausbauen

Sollte eine Vereinbarung zustande kommen, könnte Payward seine Präsenz deutlich über den klassischen Kryptomarkt hinaus ausweiten und seine Position als Infrastrukturanbieter für große Finanzinstitute stärken. Unternehmen dieser Art helfen Banken dabei, Zugang zu Liquidität für digitale Vermögenswerte zu erhalten, Transaktionen auszuführen und Krypto-Dienste zu integrieren, ohne sämtliche technischen Komponenten selbst entwickeln zu müssen.

Kraken bietet bereits Lösungen an, mit denen Banken, Broker und Fintech-Unternehmen den Handel mit digitalen Vermögenswerten in ihre eigenen Plattformen integrieren können. Im Rahmen einer möglichen Vereinbarung mit Wells Fargo könnte Payward einen Teil der Handelsinfrastruktur und Liquidität bereitstellen. Welche Vermögenswerte, Kundengruppen und konkreten Dienstleistungen einbezogen wären, ist bislang jedoch nicht bekannt.

Wells Fargo baut seine Aktivitäten im Bereich digitaler Vermögenswerte schrittweise aus

Wells Fargo verstärkt bereits seit einiger Zeit sein Engagement in der Krypto-Infrastruktur. Die Bank bietet bestimmten Kunden Zugang zu Anlageprodukten mit Bezug zu Bitcoin und hat zudem in Unternehmen investiert, die auf Krypto-Compliance und Handelstechnologie spezialisiert sind.

Darüber hinaus hat Wells Fargo Blockchain-Lösungen für Bankeinlagen geprüft und sich an Initiativen rund um digitale Dollar und Stablecoins beteiligt. Außerdem hat die Bank ihr Team für digitale Vermögenswerte mit Fachkräften verstärkt, die Erfahrung bei großen internationalen Finanzinstituten mitbringen.

Wells Fargo war zuvor auch an Transaktionen im Zusammenhang mit Payward beteiligt. Die Bank fungierte bei einer Investition in das Unternehmen als Kapitalmarktberater für Nasdaq. Die Zusammenarbeit zwischen Nasdaq und Payward umfasste unter anderem tokenisierte Vermögenswerte und Technologien zur Marktüberwachung.

Banken setzen zunehmend auf bestehende Krypto-Infrastruktur

Die Gespräche zwischen Payward und Wells Fargo spiegeln einen breiteren Trend im Finanzsektor wider: Traditionelle Finanzinstitute entscheiden sich zunehmend dafür, bestehende Krypto-Infrastruktur zu nutzen, anstatt eigene Systeme vollständig von Grund auf zu entwickeln. Für Banken ermöglicht dieser Ansatz einen schnelleren Einstieg in Dienstleistungen rund um digitale Vermögenswerte, während spezialisierte Anbieter Liquidität, Verwahrung, Compliance und Handelstechnologie bereitstellen.

Dieser Trend gewinnt zusätzlich an Bedeutung, da sich das regulatorische Umfeld in den USA weiterentwickelt. In den vergangenen Jahren wurde der rechtliche Rahmen für digitale Vermögenswerte klarer, unter anderem durch neue bundesweite Regeln für Zahlungs-Stablecoins. Dadurch entstehen berechenbarere Bedingungen für Banken und große Finanzinstitute, die Krypto-Produkte in ihr Angebot integrieren wollen.

Payward erweitert sein Angebot an Finanzdienstleistungen

Das Geschäft von Payward geht inzwischen weit über die klassische Kryptobörse Kraken hinaus. Das Unternehmen ist in Bereichen wie Spot- und Derivatehandel, Verwahrung, Staking, Zahlungen, tokenisierten Wertpapieren und weiteren Finanzdienstleistungen aktiv.

Die Sparte Payward Services bietet Infrastruktur-Lösungen für Banken, Fintech-Unternehmen, Broker und Zahlungsdienstleister an. Eine mögliche Partnerschaft mit Wells Fargo könnte ein wichtiger Schritt sein, um dieses Geschäft unter großen traditionellen Finanzinstituten weiter auszubauen.

Payward soll auch mit BNY verhandeln

Gleichzeitig soll Payward Gespräche über eine umfassendere Partnerschaft mit BNY führen, einer der größten Depotbanken der Welt. Eine mögliche Vereinbarung könnte die Verwahrung digitaler Vermögenswerte, Handel, Zahlungen, Vermögensverwaltung und weitere Krypto-Produkte umfassen.

Keine der möglichen Partnerschaften wurde bislang offiziell bestätigt. Die Gespräche selbst zeigen jedoch, dass die Grenze zwischen traditionellem Bankgeschäft und Krypto-Infrastruktur zunehmend verschwimmt und große Banken spezialisierte Krypto-Unternehmen immer häufiger als Technologiepartner und Liquiditätsanbieter betrachten.

13.10.2026, 22:13
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