KuCoin-Marketingchefin Skylar Wu erklärte, dass die nächste Entwicklungsphase von Web3 nicht durch Hype, kurzfristigen Traffic oder spekulative Anreize bestimmt wird, sondern durch Vertrauen, Transparenz, sichere Infrastruktur und regulatorische Compliance.
Nach Ansicht von KuCoin bewegt sich die Kryptoindustrie schrittweise über spekulative Wachstumszyklen hinaus. Während viele Plattformen früher durch Markthype, hohe Handelsaktivität und Token-Anreize gewachsen sind, entwickelt sich der Markt nun hin zu einem reiferen Modell. Im Mittelpunkt dieses Modells stehen Zuverlässigkeit, Nutzerschutz, Transparenz der Reserven, Widerstandsfähigkeit der Plattformen und die Fähigkeit, in einem global regulierten Finanzumfeld zu arbeiten.
Von der Aufmerksamkeitsökonomie zur Vertrauensökonomie
Während der Podiumsdiskussion „Web3’s Liquidity Answer: Asset Management, CEX, DEX and the Future“ auf der BEYOND Expo 2026 in Macau erklärte Skylar Wu, dass Web3 von einer Aufmerksamkeitsökonomie zu einer Vertrauensökonomie übergeht.
Ihren Worten zufolge geht die Zeit, in der das Wachstum von Kryptoplattformen hauptsächlich von spekulativem Traffic und kurzfristigen Anreizen abhängig war, allmählich zu Ende. Die nächste Generation von Plattformen wird nicht gewinnen, weil sie das lauteste Marketing betreibt, sondern weil sie eine zuverlässige Infrastruktur aufbauen kann, der Nutzer und institutionelle Teilnehmer vertrauen.
„Die Ära des Wachstums, das ausschließlich durch spekulativen Traffic und kurzfristige Anreize angetrieben wurde, geht zu Ende. Die nächste Generation von Plattformen wird nicht gewinnen, weil sie die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht, sondern weil sie die zuverlässigste Infrastruktur aufbaut.“
Skylar betonte, dass künftige Wettbewerbsvorteile nicht nur durch Geschwindigkeit und Liquidität bestimmt werden. Die Widerstandsfähigkeit von Systemen, Compliance, operative Transparenz, zuverlässige Orderausführung und die Sicherheit der Nutzervermögen gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Liquidität allein reicht nicht mehr aus
KuCoin ist der Ansicht, dass Liquidität allein nicht mehr ausreicht, um langfristig wettbewerbsfähig im Kryptomarkt zu bleiben. Privatanleger, professionelle Trader und institutionelle Teilnehmer achten zunehmend darauf, wie transparent und sicher eine Plattform ist und inwieweit sie regulatorische Anforderungen in verschiedenen Jurisdiktionen erfüllen kann.
Früher wurde die Infrastruktur des Kryptomarktes häufig vor allem anhand von zwei Faktoren bewertet: Geschwindigkeit und Liquiditätstiefe. Heute sind die Kriterien breiter. Eine Plattform muss nicht nur schnell sein, sondern auch widerstandsfähig, regulierungskonform, für Nutzer verständlich und bereit, in einem global integrierten Finanzumfeld zu funktionieren.
„Früher wurde Infrastruktur vor allem an Geschwindigkeit und Liquidität gemessen. Heute muss Infrastruktur auch nach Widerstandsfähigkeit, Compliance, Transparenz und der Fähigkeit bewertet werden, nachhaltig auf globalen Märkten zu arbeiten.“
Dies ist besonders wichtig vor dem Hintergrund, dass digitale Vermögenswerte zunehmend Teil eines breiteren Finanzsystems werden. Kryptowährungen werden nicht mehr nur als spekulative Instrumente wahrgenommen: Sie werden immer häufiger für Zahlungen, Abrechnungen, Anlageprodukte, institutionellen Handel und Vermögensverwaltung genutzt.
Ein neues Modell hybrider Liquidität entsteht
Skylar Wu wies außerdem darauf hin, dass sich der Markt in Richtung einer engeren Zusammenarbeit zwischen zentralisierten Börsen, dezentralen Protokollen, institutioneller Handelsinfrastruktur und Zahlungsnetzwerken bewegt.
Sie beschrieb diesen Prozess als Entstehung eines Ökosystems der hybriden Liquidität. In einem solchen Modell ist es für den Nutzer weniger wichtig, woher die Liquidität genau stammt — ob von einer CEX, einer DEX, einem Market Maker oder einer anderen Infrastrukturebene. Wichtiger ist, wie schnell, sicher und zuverlässig die Transaktion ausgeführt wird.
„Nutzer interessieren sich weniger dafür, woher die Liquidität kommt, sondern mehr dafür, wie effizient, sicher und zuverlässig die Ausführung erfolgt.“
Nach Ansicht von KuCoin werden künftige Plattformen die Komplexität der Blockchain vor dem Nutzer verbergen. Statt komplizierter Netzwerke, Bridges, Wallets und manueller Vorgänge soll der Nutzer eine klare und intuitive Erfahrung erhalten, ähnlich wie bei gewohnten Internetanwendungen.
CEX, DEX und Zahlungsnetzwerke werden Teil einer gemeinsamen Infrastruktur
Die Entwicklung hybrider Liquidität zeigt, dass die Grenzen zwischen verschiedenen Segmenten des Kryptomarktes zunehmend verschwimmen. Zentralisierte Börsen, DeFi-Protokolle, Verwahrungslösungen, institutionelle Handelsinfrastruktur und Zahlungsdienste beginnen, als Teil eines größeren Systems zusammenzuarbeiten.
Für den Nutzer wird die endgültige Erfahrung wichtiger als die technische Architektur. Entscheidend ist, dass die Transaktion schnell ausgeführt wird, die Gelder geschützt sind, die Oberfläche verständlich ist und die Plattform stabil funktioniert — unabhängig davon, welche Infrastruktur im Hintergrund verwendet wird.
Stablecoins und ETFs beschleunigen den Eintritt von Krypto in den Mainstream
Als Zeichen für die zunehmende Reife der Branche nannte Skylar das Wachstum von Bitcoin-ETFs, die Verbreitung von Stablecoins und den Ausbau regulatorischer Rahmenbedingungen in verschiedenen Ländern.
Bitcoin-ETFs zeigen, dass digitale Vermögenswerte traditionellen Anlageprodukten näherkommen. Stablecoins gehen über ihre einfache Rolle als Handelsinstrument hinaus und werden zunehmend als globale Zahlungs- und Abwicklungsinfrastruktur genutzt. Gleichzeitig macht Regulierung den Markt für institutionelle Teilnehmer verständlicher.
Stablecoins werden zur Zahlungsinfrastruktur
Nach Aussage der KuCoin-Vertreterin könnten Stablecoins zu einem der Schlüsselelemente des zukünftigen digitalen Finanzsystems werden. Sie werden bereits nicht nur für den Handel genutzt, sondern auch für grenzüberschreitende Überweisungen, Abrechnungen, Zahlungen und den Zugang zu Dollarliquidität in verschiedenen Regionen der Welt.
Damit werden Stablecoins zu einem wichtigen Bestandteil der künftigen Web3-Infrastruktur. Sie verbinden den Kryptomarkt mit traditionellen Finanzsystemen und ermöglichen es Nutzern, Werte schneller zwischen Ländern, Plattformen und Anwendungen zu übertragen.
KuCoin setzt auf die Trust-First-Strategie
Im Rahmen seiner langfristigen Strategie Trust First erklärt KuCoin, weiterhin in Transparenz, Sicherheit, Proof of Reserves, institutionelle Infrastruktur und regulatorische Compliance zu investieren.
Das Unternehmen hebt besonders die Bedeutung von Proof of Reserves hervor, da die Transparenz von Reserven nach den Krisen der vergangenen Jahre zu einem wichtigen Vertrauensfaktor für Nutzer von Kryptobörsen geworden ist. Für den Markt ist dies längst nicht mehr nur eine Zusatzfunktion, sondern eines der grundlegenden Elemente des Vertrauens in zentralisierte Plattformen.
Trust Project im Umfang von 2 Milliarden US-Dollar
KuCoin erwähnte außerdem seine Initiative Trust Project im Umfang von 2 Milliarden US-Dollar, die darauf abzielt, das Vertrauen der Nutzer zu stärken, die Sicherheit zu verbessern und die Widerstandsfähigkeit der Plattform zu erhöhen.
Im jährlichen Rückblick auf das Projekt markierte das Unternehmen den Jahrestag der Initiative, die im April 2025 gestartet wurde. KuCoin positioniert dieses Projekt als Teil seiner umfassenderen Arbeit zum Aufbau einer transparenten, sicheren und widerstandsfähigen Infrastruktur für digitale Vermögenswerte.
KuCoin will über die Rolle einer reinen Börse hinausgehen
Skylar Wu erklärte, dass Web3 nicht mehr nur auf den Aufbau von Handelsplattformen beschränkt ist. Ihren Worten zufolge bewegt sich die Branche hin zum Aufbau einer Vertrauensinfrastruktur für die nächste Ära der digitalen Finanzen.
„Web3 baut nicht mehr einfach nur Handelsplattformen auf. Die Branche baut eine Vertrauensinfrastruktur für die nächste Ära der digitalen Finanzen.“
KuCoin sieht seine Rolle nicht nur als Kryptowährungsbörse, sondern auch als Teilnehmer einer breiteren Finanzinfrastruktur. Das Unternehmen will Lösungen entwickeln, die einen einheitlichen globalen Markt für digitale Vermögenswerte unterstützen können, in dem Nutzer über eine sichere und transparente Plattform Zugang zu Kryptowährungen, Liquidität, Zahlungen und Finanzinstrumenten erhalten.
Dieser Ansatz spiegelt einen breiteren Trend wider: Große Kryptounternehmen verlagern ihren Fokus schrittweise vom reinen Handel hin zu Infrastruktur, Compliance, institutionellen Dienstleistungen, Zahlungen und langfristiger Zuverlässigkeit.
Globale Entwicklung und Regulierung von KuCoin
KuCoin wurde 2017 gegründet und positioniert sich heute als globale Kryptoplattform mit Fokus auf Sicherheit, Vertrauen und Zugang zu digitalen Vermögenswerten. Nach Angaben des Unternehmens bedient die Plattform mehr als 40 Millionen Nutzer in über 200 Ländern und Regionen.
Die Börse bietet Zugang zu mehr als 1.500 digitalen Vermögenswerten und stellt eine breite Produktpalette für den Handel und die Nutzung von Kryptowährungen bereit. KuCoin betont außerdem, dass das Unternehmen seine Infrastruktur weiterentwickelt, um regulatorischen Anforderungen und den Erwartungen der Nutzer zu entsprechen.
Zertifizierungen und regulatorische Fortschritte
Das Unternehmen verweist auf Zertifizierungen wie SOC 2 Type II, ISO/IEC 27001:2022 und ISO/IEC 27701:2019, die mit Sicherheitsmanagement, Datenschutz und operativen Prozessen zusammenhängen.
Darüber hinaus nennt KuCoin Fortschritte bei der globalen Regulierung, darunter die Registrierung bei AUSTRAC in Australien, eine MiCA-Lizenz in Europa und weitere Schritte in Richtung Compliance auf anderen Märkten.
Warum dies für die Zukunft von Web3 wichtig ist
Die Erklärung von KuCoin spiegelt einen breiteren Wandel in der Kryptoindustrie wider. Web3 entfernt sich schrittweise von einer Phase der Experimente, Spekulationen und kurzfristigen Anreize und bewegt sich in eine Phase, in der Sicherheit, Infrastruktur, Regulierung und Vertrauen eine zentrale Rolle spielen.
Für die breite Akzeptanz digitaler Vermögenswerte benötigen Nutzer mehr als nur Zugang zu Token. Sie brauchen verständliche Produkte, geschützte Plattformen, transparente Reserven, zuverlässige Ausführung von Transaktionen und das Vertrauen, dass ein Dienst langfristig stabil funktionieren kann.
Vertrauensinfrastruktur wird zum neuen Wettbewerbsvorteil
Früher konnten Plattformen durch Token-Anreize, Marketinglärm und kurzfristige Trader-Aktivität wachsen. In der neuen Marktphase reicht das nicht mehr aus. Nutzer und institutionelle Teilnehmer werden jene Unternehmen wählen, die Zuverlässigkeit, Transparenz und Widerstandsfähigkeit nachweisen können.
Deshalb kann Vertrauensinfrastruktur zum wichtigsten Wettbewerbsvorteil der nächsten Entwicklungsphase von Web3 werden. Dazu gehören Compliance, Datenschutz, Sicherheit der Vermögenswerte, Transparenz der Reserven, institutionelle Standards und die Fähigkeit, in verschiedenen Jurisdiktionen zu arbeiten.
Fazit
Die Aussage der Marketingchefin von KuCoin zeigt einen wichtigen Wandel in der Kryptoindustrie. Web3 entfernt sich zunehmend von einem Modell, in dem Wachstum hauptsächlich durch Spekulation, Hype und kurzfristige Anreize angetrieben wurde. Vertrauen, Transparenz, Sicherheit, Compliance und zuverlässige Infrastruktur rücken in den Vordergrund.
Für Nutzer bedeutet dies reifere und sicherere Plattformen. Für institutionelle Teilnehmer bedeutet es klarere Bedingungen für den Einstieg in digitale Vermögenswerte. Für die Branche selbst markiert es den Übergang von einem experimentellen Markt zu einem vollwertigen Bestandteil des globalen Finanzsystems.
KuCoin ist der Ansicht, dass jene Plattformen, die Vertrauensinfrastruktur aufbauen können, die nächste Entwicklungsphase von Web3 und digitalen Finanzen bestimmen werden.
