Ethereum ETF: wie Spot-Fonds funktionieren und was der Markt 2025 erwarten kann
Ein Ethereum ETF ist ein börsengehandelter Fonds, dessen Anteile durch Ether (ETH) gedeckt sind. Er ermöglicht es Investoren, über traditionelle Finanzinstrumente Zugang zu dem digitalen Vermögenswert zu erhalten, ohne Kryptowährungen direkt speichern zu müssen.
Spot-ETFs auf Ethereum wurden in den USA im Juli 2024 genehmigt und hatten sich bis 2025 zu einem zentralen Instrument für institutionelle Anleger entwickelt, die legal in den Kryptomarkt einsteigen möchten. Die Einführung dieser Produkte veränderte das Gleichgewicht erheblich: das Handelsvolumen stieg, das Vertrauen in ETH als Anlageklasse wuchs und Fonds sowie Unternehmen begannen, verstärkt mit digitalen Vermögenswerten zu arbeiten.
In diesem Artikel wird die Struktur von Ethereum ETFs, ihre Funktionsweise, die Unterschiede zu anderen Anlageinstrumenten sowie die wichtigsten Prognosen für den Markt bis Ende 2025 ausführlich erläutert.
Was ist ein Ethereum ETF und wie funktioniert er?
Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein Investmentfonds, dessen Anteile an traditionellen Börsen gehandelt werden.
In der Kryptoindustrie gibt es zwei Hauptarten von ETFs:
- Futures-ETFs. Diese Fonds sind durch Terminkontrakte auf Ether gedeckt und beinhalten keinen direkten Besitz der Kryptowährung.
- Spot-ETFs. Diese Fonds sind durch reale Vermögenswerte gedeckt – im Fall von Ethereum durch echtes ETH, das auf Verwahrplattformen institutionell gesichert wird.
Die Einführung von Spot-ETFs auf Ethereum war ein Wendepunkt. Institutionelle Fonds kaufen nun echtes ETH, lagern es bei Verwahrern wie Coinbase Custody oder Fidelity Digital Assets, während Investoren die Anteile dieser Fonds an Börsen wie Nasdaq oder NYSE erwerben.
Geschichte der Entstehung von Ethereum ETFs
- März 2024. Die US-Börsenaufsicht SEC signalisierte erstmals, dass sie bereit sei, Anträge auf Spot-ETFs zu prüfen. Dies veranlasste große Fonds, ihre Strategien vorzubereiten.
- April–Mai 2024. Mehrere Vermögensverwalter, darunter BlackRock und Fidelity, reichten aktualisierte Anträge mit detaillierten Angaben zu Verwahrung, Versicherung und Transparenz ein.
- Juli 2024. Die SEC genehmigte überraschend schnell mehrere Fonds, darunter BlackRock, VanEck und Fidelity. Dies war ein Meilenstein, da erstmals große Player ein Produkt auf den Markt bringen durften, das direkt durch ETH gedeckt ist.
- August–September 2024. In den ersten Handelstagen wurde ein Volumen von mehr als 500 Mio. USD erreicht. Die Liquidität stieg dank der Nachfrage von Pensions- und Hedgefonds. Gleichzeitig begannen Diskussionen über die Einführung von Staking-ETFs.
- Ende 2024. Laut CoinShares überstieg das verwaltete Vermögen in ETH-ETFs 8 Mrd. USD, was die starke institutionelle Nachfrage bestätigte.
- 2025. Die Assets under Management der Ethereum ETFs erreichten 12 Mrd. USD, womit sich ETH als zweitwichtigstes institutionelles Asset nach Bitcoin etablierte.
Die Geschichte der Ethereum ETFs ist also kein einmaliges Ereignis, sondern ein Prozess, bei dem regulatorisches Vertrauen, die Bereitschaft der Verwahrer und das Interesse großer Fonds eine entscheidende Rolle spielten.
Unterschiede zwischen Ethereum ETFs und Bitcoin ETFs
- Marktkapitalisierung. Bitcoin ist nach wie vor die erste Wahl für große Investoren, doch Ether hat sich als zweitwichtigster digitaler Vermögenswert etabliert.
- Funktionalität. Im Gegensatz zu BTC dient Ether nicht nur als Wertaufbewahrungsmittel, sondern auch als Infrastruktur für DeFi, NFTs und die Tokenisierung realer Vermögenswerte (RWA).
- Rendite. Ether unterstützt Staking, wodurch Investoren Erträge erzielen können. Während Spot-ETFs derzeit noch keine Staking-Erträge ausschütten, wird 2025 bereits über die Einführung sogenannter „Staking-enabled ETFs“ diskutiert.
Auswirkungen von Ethereum ETFs auf den Markt im Jahr 2025
- Zufluss institutionellen Kapitals. Die Einführung von Ethereum ETFs eröffnete Pensionsfonds, Hedgefonds und Versicherungen den Zugang zu einem regulierten und sicheren Instrument, wodurch eine nachhaltige Nachfrage nach ETH entstand.
- Rückgang der Volatilität. Regelmäßige Käufe über ETFs tragen zur Stabilisierung des Marktes bei. Laut Glassnode ist die Volatilität von ETH seit Juli 2024 um etwa 18 % zurückgegangen.
- Wachstum von DeFi und Layer-2-Lösungen. Institutionelle Investoren, die ETH über ETFs erwerben, beginnen zunehmend, sich mit DeFi-Protokollen und Layer-2-Lösungen zu befassen, was das Ethereum-Ökosystem zusätzlich fördert.
Prognosen von Analysten für 2025
- CoinShares: Falls die US-Notenbank Ende 2025 mit Zinssenkungen beginnt, könnte ETH die Marke von 6.000 USD testen.
- Messari: Ethereum könnte eine zweite Welle institutioneller Investitionen erleben, wenn Staking-ETFs genehmigt werden.
- Kaiko: Bis Jahresende könnten die Zuflüsse in Ethereum ETFs 30–40 % der Zuflüsse in Bitcoin ETFs ausmachen.
- Bank of America: Warnt vor Konzentrationsrisiken, da die Popularität von ETFs die Abhängigkeit des Marktes von Entscheidungen großer Fonds erhöht.
Wichtigste Risiken und Einschränkungen
- Regulatorische Risiken. Die SEC könnte zusätzliche Anforderungen an Offenlegung, Verwahrung oder Staking stellen. Auch Klagen oder Einschränkungen für ertragsgenerierende Produkte sind möglich.
- Konkurrenz zu Bitcoin. Obwohl Ether stärker geworden ist, bleibt er für die meisten Fonds die „Nummer zwei“. Sollte Bitcoin weiterhin dominieren, könnte ETH bei Investitionsvolumen zurückfallen.
- Kapitalabflüsse. Im Falle einer globalen Rezession oder einer Verschärfung der Geldpolitik könnte es zu erheblichen Abflüssen aus ETFs kommen, was den ETH-Kurs unter Druck setzt.
- Technologische Risiken. Sicherheitslücken im Ethereum-Netzwerk, Verzögerungen bei Upgrades oder Ausfälle von Layer-2-Lösungen könnten das Vertrauen beeinträchtigen.
- Abhängigkeit von Infrastruktur. ETFs sind stark von der Zuverlässigkeit der Verwahrer wie Coinbase Custody und Fidelity Digital Assets abhängig. Probleme oder regulatorischer Druck könnten systemische Risiken darstellen.
Perspektiven für 2025–2026
- Zulassung von Staking-ETFs. Sollten die Regulierungsbehörden Fonds erlauben, nicht nur ETH zu halten, sondern auch am Staking teilzunehmen, könnte dies zusätzliche Erträge für Investoren schaffen und ETH noch attraktiver machen. Dies könnte eine „zweite Welle“ institutioneller Nachfrage auslösen.
- Globale Expansion. Die Einführung von Ethereum ETFs in Europa und Asien wäre der nächste Schritt zur Globalisierung. Dies würde die Anlegerbasis erweitern, insbesondere bei konservativen Fonds, die regulierte Produkte benötigen.
- Zunehmendes Interesse an RWA und DeFi. Die Tokenisierung realer Vermögenswerte (RWA) und die Weiterentwicklung von DeFi-Protokollen schaffen zusätzliche Anreize für die Nutzung von ETH. ETFs könnten hier als Einstiegspunkt dienen.
- Langfristige Preisprognosen. Laut Glassnode könnte die Genehmigung von Staking-ETFs ETH bis Ende 2026 über die Marke von 10.000 USD treiben. Auch ohne diesen Katalysator könnte ein allmählicher institutioneller Zufluss ETH in eine neue Preisspanne führen.
Fazit
Die Einführung von Spot-Ethereum-ETFs im Jahr 2024 war ein entscheidendes Ereignis für den Kryptomarkt. Bereits 2025 hatten sich diese Instrumente etabliert, Milliarden von Dollar angezogen und die Marktstruktur erheblich verändert.
Für Investoren bedeutet das:
- Ether festigt sich als institutioneller Vermögenswert gleichauf mit Bitcoin.
- Die Volatilität nimmt allmählich ab, während das Wachstumspotenzial hoch bleibt.
- Der wichtigste Treiber der kommenden Jahre wird die Zulassung von Staking-ETFs sein.
Ethereum gewinnt eine neue Nachfragebasis, was es für Investoren unmöglich macht, den Vermögenswert zu ignorieren.