Anonymität in der Welt der Kryptowährungen
In den frühen Jahren des Bitcoin-Netzwerks galt Kryptowährung als vollständig anonym für die Nutzer. Mit der Zeit lernten Technikexperten jedoch, die Teilnehmer von Bitcoin-Transaktionen nachzuverfolgen und zu deanonymisieren. Als Reaktion darauf implementierten Entwickler mehrerer neuer Kryptowährungen Mechanismen, die wirklich anonyme Transaktionen ermöglichen.
Derzeit gehören Dash, ZCash und Monero zu den beliebtesten anonymen Kryptowährungen. Schauen wir uns an, wie jede von ihnen Privatsphäre gewährleistet.
Dash und die CoinJoin-Methode
Dash bietet zwei Arten von Transaktionen: Standard- und erhöhte Anonymitätstransaktionen, die über eine optionale Funktion namens „PrivateSend“ realisiert werden. Diese Funktion basiert auf der CoinJoin-Methode, bei der eine einzelne Transaktion in viele Teile aufgeteilt und miteinander vermischt wird.
Es ist anzumerken, dass es im Bitcoin-Ökosystem Drittanbieter-Mixer-Dienste mit ähnlichen Funktionen gibt, aber in Dash ist dieser Mechanismus auf Protokollebene eingebaut, was Betrugsrisiken verringert.
Dennoch verbirgt CoinJoin nur die Geldflüsse und erschwert deren Nachverfolgung, garantiert jedoch keine vollständige Anonymität.
Zcash und das Zero-Knowledge-Beweisprotokoll
Zcash war die erste Kryptowährung, die nicht nur die Privatsphäre von Transaktionen verbesserte, sondern Zahlungen tatsächlich anonymisierte: Transaktionen werden in einer öffentlichen Blockchain veröffentlicht, doch Angaben zum Absender, Empfänger und Betrag sind verborgen.
Dies wird durch das zk-SNARK-Protokoll erreicht, das auf dem Konzept des Zero-Knowledge-Beweises basiert. Dadurch speichert die Blockchain keine vollständigen Transaktionsinformationen, was es nahezu unmöglich macht, diese zu extrahieren.
Zcash unterstützt zwei Adresstypen:
- z-Adressen — geschützt durch das zk-SNARK-Protokoll;
- t-Adressen — öffentlich und ähnlich zu Bitcoin-Adressen.
Transaktionen können zwischen diesen Adresstypen in beliebiger Richtung erfolgen, was potenzielle Schwachstellen schafft und die Anonymität verringert. Wenn Münzen von ungeschützten zu geschützten Adressen und zurück bewegt werden, sinkt die Anonymität um etwa 69 %. Durch Verhaltensanalyse der Nutzer können sogar z-Adressen identifiziert werden.
Monero und das CryptoNote-Protokoll
Monero verwendet das CryptoNote-Protokoll, das vollständige Verdeckung des Absenders, Empfängers und des Betrags der Transaktion gewährleistet.
Dies wird durch Technologien wie Ring-Signaturen, Stealth-Adressen und die Fungibilität der Monero-Münzen erreicht.
Transaktionen werden mit privaten Schlüsseln bestätigt, was Monero heute zu einer der anonymsten Kryptowährungen macht.
Dennoch weisen einige Forscher auf Schwächen in den Mischalgorithmen hin und vermuten, dass einige Monero-Transaktionen potenziell entschlüsselt werden könnten.
Ein charakteristisches Merkmal von Monero ist das Fehlen öffentlicher, nicht anonymer Transaktionen — alle Überweisungen sind verborgen.
Fazit
Monero ist derzeit die technologisch fortschrittlichste Kryptowährung hinsichtlich Anonymität. Sie ist die einzige der betrachteten Währungen, die keine Verringerung des Datenschutzniveaus zulässt.
Es ist zu beachten, dass in diesem Artikel nur die technologische Seite betrachtet wurde, ohne die regulatorischen Einstellungen gegenüber diesen Währungen zu berücksichtigen.
Neben Dash, ZCash und Monero gibt es weitere Kryptowährungen, die sich auf Datenschutz und den Schutz persönlicher Daten konzentrieren. Die Liste solcher Projekte wird voraussichtlich mit der Zeit wachsen.