Coinbase bremst den Krypto-Gesetzentwurf des Senats erneut wegen des Streits um Stablecoin-Renditen

US-Medienberichten zufolge hat sich Coinbase erneut gegen eine Kompromissversion des Gesetzentwurfs des Senats zur Struktur des Kryptomarktes gestellt. Hauptgrund für die Meinungsverschiedenheiten sind Formulierungen rund um die Rendite von Stablecoins — genau jenes Thema, das bereits zuvor zu den wichtigsten Gründen gehörte, warum die Initiative an Dynamik verlor.

Wie Punchbowl News berichtet, trafen sich Vertreter von Coinbase am Montag mit Senatoren und äußerten Unzufriedenheit mit der aktualisierten Fassung des Dokuments. Der neue Entwurf würde Drittparteien, darunter Kryptobörsen und andere Plattformen, daran hindern, Nutzern Renditen auf Stablecoins anzubieten. Diese Formulierung wird als Versuch gewertet, die Position des Bankensektors zu berücksichtigen, der stärkere Konkurrenz durch digitale Vermögenswerte und einen möglichen Abfluss von Kundengeldern aus dem traditionellen Finanzsystem befürchtet.

Warum die Position von Coinbase wichtig ist

Die Einwände von Coinbase könnten die Zukunft des Gesetzentwurfs erheblich beeinflussen. Das Unternehmen gilt als einer der einflussreichsten Vertreter der Kryptoindustrie in Washington, und seine Meinung hat in solchen Verhandlungen echtes Gewicht. Bereits im Januar kam die Weigerung von Coinbase, eine frühere Version der Vorlage zu unterstützen, kurz bevor der Bankenausschuss des Senats die weitere Behandlung des Entwurfs auf unbestimmte Zeit verschob.

Deshalb wird die aktuelle Reaktion von Coinbase als wichtiges politisches und branchenspezifisches Signal gewertet. Wenn eines der größten Kryptounternehmen der USA nicht bereit ist, den Kompromissvorschlag zu unterstützen, könnte dies den weiteren Weg der Initiative erneut erschweren und die Verhandlungen zwischen den beteiligten Seiten verlängern.

Der zentrale Streitpunkt ist die Rendite auf Stablecoins

Die Frage der Stablecoin-Rendite bleibt die zentrale Konfliktlinie im gesamten Gesetzgebungsprozess. Lobbygruppen aus dem Bankensektor argumentieren, dass es Kryptobörsen oder anderen Drittplattformen zu erlauben, Nutzern Renditen auszuzahlen, in der Praxis einen Weg eröffnen würde, bestehende Beschränkungen zu umgehen. Ihre Position basiert auf der Auffassung, dass der GENIUS Act Stablecoin-Emittenten bereits verbietet, direkt Renditen anzubieten, und dass eine ähnliche Praxis über Vermittler die Logik der Regulierung selbst untergraben würde.

Darüber hinaus befürchten Vertreter der Bankenbranche, dass solche Produkte den Abfluss von Einlagen aus dem traditionellen Bankensystem beschleunigen könnten. Wenn Nutzer über Kryptoplattformen Renditen auf digitale, dollarbasierte Vermögenswerte erzielen können, glauben Banken, dass dies den Druck auf klassische Finanzinstitute erhöhen und zusätzliche Risiken für die Struktur des Einlagenmarktes schaffen könnte.

Die Kryptoindustrie hält die Bedenken der Banken für übertrieben

Vertreter des Kryptosektors argumentieren dagegen, dass die Sorgen der Banken weitgehend überzogen seien. Ihrer Ansicht nach geht es weniger um den Schutz der Finanzstabilität als vielmehr um den Versuch, den Wettbewerb durch neue digitale Finanzinstrumente einzuschränken. Krypto-Lobbyisten sind der Meinung, dass ein Verbot von Stablecoin-Renditen über Börsen die Marktentwicklung erheblich bremsen und die Möglichkeiten der Nutzer einschränken könnte.

Aus dieser Perspektive geht der Streit um Stablecoins weit über eine einzelne technische Änderung hinaus. Tatsächlich spiegelt er einen breiteren Konflikt zwischen dem traditionellen Bankensystem und der Kryptoindustrie wider, die weiterhin darum kämpft, ihre eigenen Finanzmodelle innerhalb eines regulierten Umfelds in den USA aufzubauen.

Die Verhandlungen gehen weiter, aber ein Kompromiss ist noch nicht erreicht

Berichten zufolge spielen die Senatoren Thom Tillis und Angela Alsobrooks derzeit eine aktive Rolle bei der Suche nach einem neuen Kompromiss. Sie arbeiten an Formulierungen, die sowohl für die Kryptoindustrie als auch für den Bankensektor akzeptabel sein könnten. Trotz der laufenden Gespräche wurde bisher jedoch noch keine endgültige Lösung für die umstrittene Bestimmung gefunden.

Außerdem wird berichtet, dass das Weiße Haus bereits mindestens drei Treffen zwischen Vertretern beider Seiten organisiert hat, um ihnen bei der Einigung zu helfen. Doch selbst bei diesem Maß an Beteiligung bleibt der Konflikt um die Formulierungen zur Stablecoin-Rendite bislang ungelöst.

Der Senat drängt auf eine Verabschiedung des Gesetzentwurfs vor den Wahlen

Republikaner im Senat bestehen weiterhin darauf, dass der Gesetzentwurf noch vor den Zwischenwahlen verabschiedet werden müsse. Ihrer Ansicht nach könnte die Initiative ihren derzeitigen Schwung verlieren, falls sich das Kräfteverhältnis im Kongress nach den Wahlen verändert, und die bislang erzielten Fortschritte könnten damit faktisch zunichtegemacht werden. Deshalb versuchen die Befürworter der Vorlage, die Verhandlungen nicht in die Länge zu ziehen, und hoffen weiterhin, in naher Zukunft einen tragfähigen Kompromiss zu erreichen.

Senatorin Cynthia Lummis erklärte in dieser Woche, es sei besonders wichtig, die Möglichkeit einer parteiübergreifenden Einigung zu bewahren. Ihren Worten zufolge dürfe die Chance, das Gesetz voranzubringen, nicht verpasst werden, da weitere politische Unsicherheit die Zukunft der Reform selbst infrage stellen könnte.

Was dieser Streit für den Markt bedeutet

Die Situation rund um Coinbase und den neuen Kompromissvorschlag zeigt, dass die Krypto-Regulierung in den Vereinigten Staaten weiterhin ein schwieriges und politisch sensibles Thema bleibt. Selbst wenn sich die Parteien scheinbar auf eine Einigung zubewegen, können einzelne Formulierungen — insbesondere zu Stablecoins und Renditen — den gesamten Prozess erneut ausbremsen.

Für den Markt bedeutet das, dass der gesetzliche Rahmen für die Kryptoindustrie in den USA noch lange nicht abschließend feststeht. Und die Debatte über Stablecoin-Renditen bleibt nach allem, was sich bislang abgespielt hat, eines der heikelsten und grundlegendsten Themen in den Verhandlungen zwischen Kryptounternehmen, Banken und Gesetzgebern.

26.03.2026, 22:01
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